Starke Feuerwehrfrauen auf dem Maifest der FFW Michelstadt

„Frauen sind Katastrophen – gewachsen“

Starke Frauen beim Maifest der FFW Michelstadt

Michelstadt. Traditionell feiern die gestandenen Kerle der Freiwilligen Feuerwehr Michelstadt im Wonnemonat Mai ihr großes Fest verbunden mit dem Tag der offenen Tür in der Zeller Straße 25. So auch am vergangenen Sonntag mit Frühschoppen, Spielmannszug, Rundfahrten, bombastischen Fahrzeugen, komplexer Rettungs- und Löschtechnik, zünftigem Essen und Trinken, mit Prominenten aus Politik und Wirtschaft und vielen Besuchern, die sich bei wunderbarem Wetter aufs Feinste vergnügten. Alles wie gewohnt? Nein, in diesem Jahr nicht. Am Ende der großen Halle standen einige junge Frauen, die sehr engagiert über das Leben und Arbeiten in der Freiwilligen Feuerwehr berichteten. Starke Frauen, die mit starken Argumenten potenziellen Nachwuchs für dieses Ehrenamt begeistern wollten und auch begeisterten. Rund eine Millionen Menschen sind bundesweit ehrenamtlich in der Feuerwehr aktiv. Mit einem Anteil von knapp 10 Prozent sind Frauen dabei noch die Minderheit. Der Anteil der Mädchen in den Jugendfeuerwehren liegt aber schon deutlich höher. Was bringt Frauen dazu in dieser Männerdomäne Fuß fassen zu wollen? Sonja Dörr, Kreisfrauensprecherin der FFW Odenwaldkreis und Zugführerin der Feuerwehr Fränkisch-Crumbach, hat dazu eine klare Meinung: „Die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehren ist ein wichtiger Bestandteil für eine funktionierende Gesellschaft. Wir Frauen bringen einen hohen Mehrwert: Erstens arbeiten wir gegen den Trend der rückläufigen Mitgliederzahlen, in dem wir noch mehr Frauen anregen mitzumachen, zweitens gehen Frauen anders mit den Themen und Aufgaben um, als das in der Regel Männer tun. Wir Frauen sind oftmals sensibler, bedachter und haben auch ein Auge für die Details. Und drittens: Wir Frauen sind, wenn wir uns zuhause um Haushalt und Kinder kümmern, flexibler für Feuerwehreinsätze als die Männer, die meist im fest getakteten Berufsalltag stecken.“

Sonja Dörr muss es schließlich wissen, denn sie ist – obwohl erst seit 2007 dabei – bereits Zugführerin. Was bedeutet, dass sie mindestens zwei Löschgruppen plus Gerät führt. Starke Argumente für Frauen in der Feuerwehr brachten auch Sandra Edelmann aus Rothenberg und Melanie Böttcher-Göttmann von der Freiwilligen Feuerwehr Michelstadt in die Diskussion. Echte Hingucker am Stand der Feuerwehrfrauen waren Plakate mit Überschriften wie „Frauen sind Katastrophen – gewachsen“ oder „Frauen am Zug“ oder „Frauen an den Brand-Herd“ und anderen ähnlich doppeldeutig ironischen Botschaften. Die Plakate stammen aus einer Kampagne des Deutschen Feuerwehrverbandes aus dem Jahre 2008 mit dem Ziel, der Öffentlichkeit zu zeigen, was Frauen bei den Feuerwehren leisten können. Mehr Informationen von Sonja Dörr gewünscht? E-Mail: frauensprecherin@kfvodenwald. de.

Text/Bild: Dieter Preuss

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